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Frisch auf, singt all ihr Musici
Chorgesang | Klassik trifft auf Pop und Jazz: Knabenchor und New Voices
Suhl - So kann man einen trüben Oktober-Samstag auch ausklingen lassen - mit frischen Gesängen aus jungen Kehlen.
Matthias Beckert hatte eine sehr gute Idee, als er relativ kurzfristig zu diesem kleinen Chorkonzert in den Oberrathaussaal einlud. Warum er allerdings den Programmtitel englischsprachig wählte - "Moments. Suhler Knabenchor meets New Voices" - bleibt ein wenig rätselhaft. Doch sicher nicht deshalb, weil es einen neuen Chor namens New Voices gibt, der Englisch singt. Oder sollte es einfach nur ein bisschen attraktiver klingen?
Song des legendären brasilianischen Jazzers Antonio Carlos Jobim. Rhythmisches Schnippen der Finger inklusive. Selbst das zahlreiche Publikum konnte sich diesem beschwingten Ausklang nicht entziehen und wippte im Rhythmus mit.
Den Knabenchor ließ Beckert in zwei Formationen singen. Zu Beginn gaben die Kiemen Proben ihres Könnens - mit Brahms' wohlvertrautem "Da unten Tale" oder Mendelssohns "Frühlingsgruß". Die Jungs sangen mit spürbarer Begeisterung und sehr konzentriert, wenngleich Beckert mit ihnen noch einiges an Arbeit vor sich hat. Gastoldis "An hellen Tagen" ist eben doch nicht so einfach. "Herz du pochst immer" - da kommt der Herz-Rhythmus gelegentlich schon noch ins Stolpern. Dem Männerchor merkt man die längere Erfahrung des gemeinsamen Singens an. Da kann man sich auch versuchen am Prinzen-Hit "Küssen verboten", an "Wie kann es sein" der Wise Guys, einer bekannten Kölner A-capella-Gruppe, oder an Songs von Maybepop, ebenfalls dem a-capella verpflichtet.
Man merkte der Auswahl an, dass Beckert zielgerichtet Songs sucht, die jungen Leuten gut ins Ohr gehen, die aber musikalische Substanz haben. Und modernem Sound verschrieben haben sich ohnehin die Mädels von New Voices, die an diesem Abend zusammen mit dem Männerchor ihren Einstand in Suhl gaben. Munter und mit viel Spaß sangen sie ihre ersten Songs, Claptons "Tears in heaven" oder die berühmten "Streets of London" und zum Schluss eben brasilianischen Jazz. Man darf gespannt sein, wohin diese gerade begonnene Reise führt.
Zeitung: Freies Wort vom 14.10.2008, Autorin: Frau Lilian Klement, Chefredakteurin Kultur
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