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Feine Musik zum 1. Advent
Hauptkirche | Besucher standen Schlange nach Karten fürs Konzert des Knabenchores
Suhl - Passender hätte dieses Konzert des Suhler Knabenchores gar nicht sein können: am ersten Advent. Und während sich am späten Sonntagnachmittag noch einkaufslustige Menschentrauben durch den Steinweg und über den Weihnachtsmarkt wälzten, stand eine andere Menschentraube vorm Portal der Hauptkirche und begehrte Einlass zur Adventsmusik.
Derweil die Glocken läuteten und die Schlange stehenden Besucher mit Tickets versorgt wurden, verging die Zeit, und das Konzert begann mit zehn Minuten Verspätung. Etwa an die 500 Besucher, so die Damen an der Kasse, mögen es wohl gewesen sein, irgendwann seien die über 300 gedruckten Eintrittskarten alle weg gewesen. Mit solchem Ansturm hatte man wohl nicht gerechnet.
Angesichts der anderen Konsum-Verlockungen ist es schon beachtlich, welchen Stellenwert die Suhler ihrem Knabenchor beimessen. Der übrigens fand sich vor 36 Jahren in der ersten Dezemberwoche erstmals im Hause Philharmonie zusammen. Damals war es ein quirliger Haufen von kleinen Jungs, Jahre später wurde ein anerkanntes, ganz besonderes Ensemble daraus, das seine Höhen erlebte, aber auch gelegentliche Tiefen.
Ein Ensemble, auf das Suhl stolz sein kann. Und schließlich hat die Stadt Anteil daran, dass der Chor stets gute Bedingungen zum künstlerischen Arbeiten erfuhr.
Publikum begeistert
Nach Hubert Voigt, Carsten Sprenger und Markus Teutschbein ist der Würzburger Matthias Beckert nun seit über einem Jahr der vierte Leiter dieses Knabenchores. Ein ehrgeiziger wie sympathischer Künstler. In einer kleinen Ansprache dankte er den anwesenden Stadträten und lobte seine Jungs, auf die er stolz sei, denn seit dem Frühjahr seien sie wieder künstlerisch gewachsen.
Nun also dieses Weihnachtskonzert, das seit vielen Jahren Tradition hat. Beckert nahm Bekanntes und weniger Bekanntes in das Programm - „Es ist ein Ros entsprungen" genauso wie „Sind die Lichter angezündet", „O Jesulein süß" oder „In dulci jubilo", auch schwierige Sätze, wie beispielsweise das fünfstimmige „Übers Gebirg Maria ging". Das ist ein sehr anspruchsvolles Werk und nicht so leicht zu meistern.
Matthias Beckert achtete genau darauf, dass alle Ensembles innerhalb des Chores sich präsentieren konnten. So kamen nicht nur der Männer- und der Konzertchor zu ihrem Recht, sondern auch die Jüngsten. Zum ersten Mal stellte sich der Nachwuchschor öffentlich vor. Verständlich, dass die Kleinen, die zumeist erst in der zweiten Klasse sind, ganz besonders viel Beifall einheimsten. Frisch und unbekümmert sangen sie das fröhliche Lied „Kommt wir machen heut Musik" oder das kesse „Schlitten fahr ich". Die begeisterten Besucher genossen diese wunderschöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit und geizten nicht mit anerkennendem Beifall.
Ungewöhnlich der zweite Teil, da ließ Matthias Beckert seine Jungs erste Ausschnitte aus Händels Oratorium „Der Messias" singen, das der Knabenchor 2009 gemeinsam mit Prattica di musica zur Aufführung bringen wird.
Dieser Part kam beim Publikum sehr gut an, obgleich sich das Werk natürlich noch in der Einstudierungsphase befindet. Doch Beckert - an der Orgel sitzend - und Madlen Hiller (im Chor für die Stimmbildung verantwortlich), die einen Solopart übernahm, sowie ein beherzt aufsingender Chor wurden am Ende mit stürmischem Applaus belohnt.
Zeitung: Freies Wort vom 05.12.2008, Autorin: Frau Lilian Klement, Chefredakteurin
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