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Presse

Das hat auch unser Herz erfreut
Der Suhler Knabenchor unter seinem Leiter Matthias Beckert mit weihnachtlichen Weisen
Suhl - Man könnte diesen Text auch beginnen mit "Alle Jahre
wieder" - eines der bekanntesten Weihnachtslieder. Das hatte der Knabenchor diesmal nicht im Programm, aber alle Jahre wieder - so lange es den Chor gibt: Das Weihnachtskonzert hat Tradition. Dies mitzuerleben, ist für viele Musikfreunde immer ein Muss, ob sie nun ein Knäblein in der Familie haben, das dort mitsingt oder nicht, gerade diese Offerte hat einen sehr hohen Stellenwert bei den Suhlern.
Und so war auch an diesem Samstag vor dem dritten Advent die Hauptkirche bestens besucht, bis hinauf auf die Empore füllten sich die Plätze. Angesichts eines solchen großen, interessierten Auditoriums konnte Chordirektor Matthias Beckert strahlend in die Runde schauen. Er ließ es sich nicht nehmen, die Bürgermeister von Suhl und Zella-Mehlis, Klaus Lamprecht und Karl Uwe Panse, persönlich zu begrüßen (im Chor singen längst Kinder und Jugendliche aus Zella-Mehlis und Umgebung mit) und ebenso den Kulturausschussvorsitzenden Hendrik Neukirchner. Gerade angesichts der Wertschätzung, der Förderung, die dieser Chor von der Stadt erfahre, sei es ihm ein Bedürfnis dies hier nochmals zu betonen. "Hinter uns liegt ein erfolgreiches Jahr. Heute singen zehn neue Knaben mit, im Januar treten wir in Würzburg mit dem Messias auf. Unser Chor wächst und wächst, und das freut mein Herz sehr", sagte Beckert voller Emotion.
Und was dann das Publikum geboten bekam, das freute auch dessen Herz sehr. Denn seit Beckert die Leitung des Knabenchores mit einem Team an seiner Seite übernahm, zu dem nun Andreas Mitschke als künstlerischer Assistent und Susanne Friedrich als Stimmbildnerin gehören, hat sich viel nach vorne bewegt. Will heißen, die Königsdisziplin des Chorgesangs ist hier wieder auf einem guten Weg, um anderswo ebenso Anerkennung und Beachtung zu finden. Und diesem Werdegang sollte auch künftig alle Unterstützung der Stadt gelten. Hier einen Schwerpunkt der Förderung zu setzen - das ist gut angelegtes Kultur-Geld.
Was machte dieses Weihnachtskonzert so beeindruckend? Es ist dies auch das herzerfrischende Agieren von Dirigent und Knaben, man merkt, welchen Spaß es ihnen macht. Die Kleinen strahlen ihren Dirigenten an, und der strahlt zurück, wenn etwas besonders gut gelingt. Und die Größeren, die zeigen Selbstbewusstsein und lassen die Tenöre und Bässe strömen.
Halleluja zum Abschluss
Aber natürlich ist es nicht nur das. Beckert hat auf ein größtenteils vertrautes Repertoire zurück gegriffen, dies gut einstudiert, dabei alle Altersgruppen des Chores eingebunden und diverse Akzente gesetzt. Klar, dass die Kleinen vom Nachwuchschor sich besonders viel Sympathie ersingen - "Kommt, wir machen heut Musik", das klingt schon so kess, so souverän, dass man ihnen gern aufs Wort glaubt, dass die Chormusik Spaß macht.
Die meisten Lieder lässt Beckert - festlich im Frack gewandet - vom ganzen Ensemble singen, selbstredend das Entree "Sind die Lichter angezündet", "Es ist ein Ros' entsprungen" oder "Machet die Tore weit". Dabei sind die mehrstimmigen Sätze gelegentlich ein bisschen wackelig, aber darüber hört man gern hinweg, wenn man erlebt, mit welcher Hingabe und Konzentration gesungen wird. Einen besonderen Farbtupfer in der Palette der meist bekannten Weihnachtsweisen setzten zwei swingende Melodien mit originellen Arrangements "O Tannenbaum" (dazwischen tönt immer mal "O du Fröhliche") oder "Leise rieselt der Schnee".
Und dann müssen natürlich zwei Sängerknaben für ihre solistischen Leistungen besonders genannt werden. Das ist der kleine Ben Richter, der mit glockenklarer Stimme allein und ganz schlicht "Ich steh an deiner Krippen hier" im Kirchenschiff ertönen lässt. Vielleicht hat er ja schon ein Vorbild im Chor wie Mathias Möller von den Großen. Dessen Bariton ist gut geführt und wohl tönend, die "Drei Könige aus dem Morgenland" bringen ihm viel Applaus ein.
Einen effektvollen Schluss setzt Beckert mit dem Weihnachtsteil aus Händels Oratorium "Der Messias". Das war das große mutige Chorprojekt der vergangenen Monate und gründlichst einstudiert. Halleluja aus vielen Kehlen zum Schluss, das hatte durchaus symbolischen Charakter. Die Suhler spendeten ihren Knaben tosenden Beifall und sangen mit ihnen natürlich ein Lied gemeinsam: "Sind die Lichter angezündet", das schönste Weihnachtslied aus der DDR. Es hat die Zeit überdauert und wurde zum Klassiker.
Zeitung: Freies Wort vom 14.12.2009, Autorin: Frau Lilian Klement, Chefredakteurin
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